09.10.2020

Friedensthemen sollen in evangelischer Kirche weiter wichtige Rolle spielen

Dieter Junker
EAK
EAK-MV 2020 in Leipzig

Dieter Junker

In der Philippus-Kirche in Leipzig traf sich die EAK zu ihrer Herbsttagung.

Die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für KDV und Frieden (EAK) will sich auch weiterhin mit Nachdruck dafür einsetzen, dass Friedensthemen, friedenstheologische Diskussionen und Fragen der Friedensbildung in der evangelischen Kirche eine wichtige Rolle spielen. Dies unterstrich der evangelische Friedensverband bei seiner Herbsttagung in Leipzig.

So will die EAK beispielsweise eine Initiative entwickeln für eine Friedenszertifizierung von Kirchen, Werken und Einrichtungen, um so die bestehende Friedensarbeit, die bereits an vielen Orten getan wird, sichtbarer und wahrnehmbarer zu machen, aber auch das Bewusstsein dafür zu stärken und Gemeinden und Einrichtungen zu einem deutlicheren Friedensengagement zu motivieren. Die Initiative soll nun weiterentwickelt werden, angedacht ist, zur Ökumenischen Friedensdekade 2022 dann die ersten Kirchen und Einrichtungen mit einer solchen Friedenszertifizierung zu würdigen,

Ein Projekt, dass in Leipzig vorgestellt wurde, ist eine Friedensbildung mit jungen Geflüchteten in Nürnberg, bei dem auch die Erfahrungen aus dem Friedensstifter-Projekt der badischen Landeskirche, aber auch aus der gewaltfreien Kommunikation einfließen sollen. Ebenso will die EAK künftig sich stärker in die Debatte um den Umgang mit Rechtsextremismus und Rassismus einbringen und dabei vor allem darauf hinweisen, dass Kirche für eine offene, friedliche und tolerante Gesellschaft steht.

In Leipzig standen auch Nachwahlen zum Vorstand der EAK auf der Tagesordnung. Dabei wählten die Mitglieder Julika Koch, Referentin für Friedensbildung in der Evangelisch-lutherischen Kirche in Norddeutschland, zur Nachfolgerin von Lutz Krügener, dem früheren Friedensbeauftragten der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers, der im Sommern aus dem Vorstand ausgeschieden war.

31 Jahre nach Beginn der friedlichen Revolution in der ehemaligen DDR und 30 Jahre nach der Wiederherstellung der deutschen Einheit blickte die EAK in Leipzig auch auf diese Zeit zurück und sprach mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen über deren Erfahrungen und Erlebnisse, ging aber auch der Frage nach, was dies für die Friedensarbeit und das Friedensengagement heute bedeutet.

Während der Herbsttagung sprachen so Barbara und Matthias Sengewald über ihre Erlebnisse bei der friedlichen Revolution in Erfurt, aber auch in anderen Teilen der damaligen DDR. Zum Abschluss des EAK-Treffens nahmen die Mitglieder zudem am Friedensgebet in der Leipziger Nikolaikirche und dem Lichtfest auf dem Nikolaikirchhof teil.