02.04.2019

Zahlreiche Friedensgottesdienste und Nachtgebete beim Kirchentag

Dieter Junker
Evangelische Friedensarbeit
02.04.2019
Evangelische Friedensarbeit

Gleich mehrere Friedensgottesdienste und -andachten wird es beim Deutschen Evangelischen Kirchentag 2019 in Dortmund geben. Vorbereitet und gestaltet von Mitgliedern und Organisationen der evangelischen Friedensarbeit, mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten und namhaften Predigerinnen und Predigern. 

„Es wird uns gelingen, bei diesem Kirchentag mit so vielen Gottesdiensten und Andachten ein deutliches Zeichen für den Frieden zu setzen“, freut sich Wolfgang Max Burggraf, der Geschäftsführer der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) und in der gemeinsamen Geschäftsstelle von EAK und Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) verantwortlich für die Gottesdienste der evangelischen Friedensarbeit beim Dortmunder Kirchentag.

Beim Kirchentag in Dortmund wird es dabei neben drei Friedensgottesdiensten auch drei politische Nachtgebete der evangelischen Friedensarbeit geben. „Wir haben dieses bekannte liturgische Format, das untrennbar mit den Namen Dorothee Sölle und Fulbert Steffensky verbunden ist, wiederbelebt, und wir wollen während des Kirchentages täglich in Dortmund ein politisches Nachtgebet feiern, wobei jeweils eine Friedenspreisträgerin oder ein Friedenspreisträger eine aktive Rolle spielen werden“, betont Wolfgang Burggraf.

Im Mittelpunkt des ersten Friedensgottesdienstes der evangelischen Friedensarbeit am Donnerstag, 20. Juni, um 11.30 Uhr, auf dem Kirchentag in Dortmund steht die Problematik für Flüchtende. Er wird von der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für KDV und Frieden (EAK) vorbereitet und steht unter dem Motto „Eine Friedensaufgabe für Europa“. Dabei wird das EAK-Projekt „Safe Passage – Rüstungsexporte und Migrationsabwehr in Europa“ vorgestellt werden. Hier geht es um Rettungswesten geflüchteter Menschen, aus denen auf der Insel Lesbos Taschen hergestellt werden. Sprechende Objekte zu Flucht und Migration. Die Predigt in diesem Gottesdienst in der Melanchthonkirche in der Dortmunder Innenstadt wird der Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, Ralf Meister, halten.

Am Abend des 20. Juni steht in der Melanchthonkirche um 22 Uhr das erste politische Nachtgebet an: „In der Hoffnung überspringt die Seele die Wirklichkeit“, gestaltet von der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste. Mit dabei wird der frühere Bundestagspräsident Wolfgang Thierse sein, der 2017 den Wenzel-Jaksch-Gedächtnispreis erhielt.

Unter dem Motto „Den Frieden feiern“ wird das Feierabendmahl am Freitag, 21. Juni, um 19 Uhr in der St. Nicolai-Kirche in Dortmund stehen, vorbereitet von der EAK und der gastgebenden Kirchengemeinde St. Petri-Nicolai. Die Predigt in diesem Gottesdienst hält der Friedensbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Renke Brahms. 

Wiederum in der Dortmunder Melanchthonkirche gibt es am Freitag, 21. Juni, um 22 Uhr ein politisches Nachtgebet, gestaltet von der EAK, unter dem Motto „Zivil statt militärisch - Frieden braucht Friedensarbeit“., Mitwirken wird in diesem Nachtgebet Clemens Ronnefeldt. Der Friedensreferent des Internationalen Versöhnungsbundes wurde 2017 mit dem Peter-Becker-Preis für Friedens- und Konfliktforschung ausgezeichnet. Weitere Mitwirkende ist zudem die Vorsitzende des europäischen Netzwerkes Church and Peace, Antje Heider-Rottwilm.

Am Samstag, 22. Juni, lädt die Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) um 19 Uhr zu einem Gottesdienst „Der Friedenskraft vertrauen – Erfahrungen aus 50 Jahren Dienst am Frieden“ in die Lutherkirche in Dortmund-Hörde ein. Prediger in diesem Gottesdienst ist der mennonitische Theologe Professor Dr. Fernando Enns (Hamburg), weitere Mitwirkende in dem Gottesdienst sind die AGDF-Vorsitzende Christine Busch, der Heidelberger Pfarrer Dr. Vinzenco Petracca und die Geschäftsführerin der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste, Dr. Dagmar Pruin.

Ebenfalls in der Lutherkirche in Hörde gibt es am Samstagabend um 22 Uhr das dritte politische Nachtgebet „Unabhängig-ziviles Handeln für den Frieden“, vorbereitet von der EAK und unter Mitwirkung des internationalen christlichen Friedensdienstes EIRENE, der im vergangenen Jahr den evangelischen Friedenspreis erhielt. Außerdem wirkt in diesem Nachtgebet auch Anne Freudenberg vom Zentrum für Mission und Ökumene der Nordkirche mit.

„Die drei Friedensgottesdienste und die drei Nachtgebete werden die ganze Bandbreite und die Vielfalt der evangelischen Friedensarbeit zeigen, sie sollen aber auch deutlich machen; Frieden ist eine Kernaufgabe der Kirche“, so Wolfgang Burggraf.