14.05.2018

Evangelische Friedensarbeit kritisiert Stiftungspläne der AfD

epd

Bonn (epd). Die Verbände der evangelischen Friedensarbeit kritisieren Pläne der AfD, die "Desiderius-Erasmus-Stiftung" als parteinahe Stiftung anzuerkennen. "Erasmus von Rotterdam steht für Weltoffenheit, Toleranz, Humanität, Frieden", erklärte Jan Gildemeister, Geschäftsführer der Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF), am Montag in Bonn. "Sich mit den Idealen und Werten dieses großen Theologen und Humanisten zu schmücken, kann angesichts der wiederholten menschenverachtenden, intoleranten und fremdenfeindlichen Äußerungen aus der AfD nur als Geschmacklosigkeit bezeichnet werden."

Der Geschäftsführer des Friedensverbandes rief dazu auf, eine Online-Petition des deutschen Zweiges des Internationalen Versöhnungsbundes gegen eine parteinahe Erasmus-Stiftung der AfD zu unterstützen. Die Partei forderte er auf, die entsprechenden Pläne aufzugeben und die beiden bereits bestehenden AfD-nahen "Erasmus-Stiftungen" umzubenennen.

Der Parteivorstand der AfD hatte sich den Angaben zufolge im April dafür ausgesprochen, die von der ehemaligen CDU-Bundestagsabgeordneten Erika Steinbach geleitete Desiderius-Erasmus-Stiftung als parteinah anzuerkennen. Darüber müsste der AfD-Bundesparteitag Ende Juni entscheiden.

Die Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) mit Sitz in Bonn ist ein Zusammenschluss von 33 Organisationen und Institutionen der evangelischen Friedensarbeit. Die Mitglieder leisten den Angaben zufolge Friedensarbeit mit unterschiedlichen Schwerpunkten und Arbeitsprogrammen im In- und Ausland.